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Yin Yoga

Meine Gedanken über Yin Yoga.

Um Yin Yoga erklären zu können, ist es hilfreich, in das Prinzip von Yin und Yang einzutauchen. 

Yin und Yang beschreibt die zwei Seiten unserer Existenz: Yin kann nicht existieren ohne Yang und Yang kann nicht existieren ohne Yin. Dieses Wissen ist in dem alten Symbol manifestiert, was wohl fast jeder kennt. Ein schwarzer Punkt im weissen Yang und ein weisser Punkt im schwarzen Yin. 

Wenn man die Strukturen in unserem Körper anschaut, dann sind unsere Muskeln primär Yang - sie sind elastisch und reagieren sehr schnell auf Stimulation. 

Bänder, Gelenke und Knochen hingegen sind  hauptsächlich Yin - sie sind eher starr und reagieren sehr langsam auf Stimulation. Deshalb werden im Yin Yoga die Haltungen lang und ohne Anspannung gehalten. 

Immer, wenn du eine Haltung einnimmst, gehe nur bis zu dem Punkt, an dem du einen deutlichen Widerstand im Körper wahrnimmst. Beobachte, wo dieser Punkt ist. Versuche nicht, sofort so tief wie möglich in die Haltung zu gehen. Gebe deinem Körper die Möglichkeit, sich zu öffnen und nimm wahr, wenn er dich einlädt, tiefer zu gehen. Gehe wieder bis zum nächsten Widerstand und nicht darüber hinaus und warte auf die nächste Einladung. Sobald du eine Grenze erreichst, halte inne und nimm wahr, wie sich diese Grenze ausdrückt und anfühlt. Die Haltung wirkt, wenn du fühlen kannst, wie der Körper auseinandergezogen, zusammengedrückt oder verdreht wird. 

Nimmst du jedoch Schmerzen wahr, ein Brennen oder Stechen oder kribbelnde elektrische Schmerzen, dann verlasse die Haltung. Lerne zu unterscheiden, was ist Widerstand und was ist Schmerz. 

Jedes lebende Gewebe muss stimuliert werden, sonst degeneriert es. Unsere Muskeln können auf vielerlei Art stimuliert werden, unter anderem durch Yang Yoga Stile wie Vinyasa Yoga oder Ashtanga Yoga. Yin Yoga hingegen ist ein wunderbarer Weg, das Yin Gewebe zu erreichen. 

Betrachten wir unsere Lebenszeit, sind wir zu Beginn unseres Lebens am beweglichsten und am wenigsten stabil. Mit dem Erwachsenwerden kommt Beweglichkeit und Stabilität in ein Gleichgewicht. Je älter wir werden, nimmt unsere Stabilität zu und unsere Beweglichkeit ab. Während wir mit Yang Yoga hauptsächlich unsere Kraft stärken, geht es im Yin Yoga vor allem um den Erhalt unserer Beweglichkeit.


Yang ist hell, aktiv, dynamisch und heiss. 

Yin ist dunkel, passiv, statisch und kalt.